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Vom Punk in die Zukunft (AT)

Reverend Beat-Man, Underground-Musiker, Kultfigur und Bürgerschreck, ist eine lebende Legende. Seit bald 40 Jahren ist der Reverend an Festivals, in Rock-Clubs und schummrigen Kellern unterwegs, auch weit über die Schweizer Grenzen hinaus. Seit anfangs 90er Jahren führt er zudem das Plattenlabel Voodoo Rhythm Records, mit dem er ein einmaliges Stück Schweizer Musik- und Sozialgeschichte schrieb. «Records to ruin every party» lautet das schräge Motto.

Im Jahr 2014 besucht ein kleiner Junge mit seinem Vater ein Konzert von Beat-Man. Die laute, punkige Musik und der exzentrische Bühnenauftritt erschrecken den Buben – das Konzert ist für ihn aber auch ein prägendes Erlebnis. Fast Forward in die Gegenwart: Aus Milan, dem Jungen von damals, ist ein junger Mann geworden, der selber Musiker werden möchte. Er nimmt seinen Mut zusammen, geht in Beat-Mans Plattenladen und fragt den Reverend, ob er mit ihm spielen darf. Nach anfänglichem Zögern lässt sich Beat-Man auf Milan ein – und bald schon gehen sie miteinander auf Tour, der alte Kämpe und der junge Mann, der noch auf der Suche nach sich selbst ist. Beat-Man ist auch einverstanden, dass Milan bei Voodoo Rhythm einsteigt, um dort seine Ideen einzubringen. Was bewegt einen jungen Menschen dazu, sich in einer Zeit der glatten und kurzatmigen, auf Erfolg und Selbstoptimierung getrimmten Spotify- und Insta-Klickkultur der kantigen Szene um Voodoo Rhythm zuzuwenden? Doch Milan ist neugierig und will noch mehr ausprobieren. Während er bei Voodoo Rhythm anfängt, arbeitet er mit der jungen Finja Keogh an feinsinnigen Popsongs und geht mit dem viel kommerzieller ausgerichteten Birdman Jäggi auf Tournee.

«Vom Punk in die Zukunft» erzählt anhand von berührenden, Generationen übergreifenden Begegnungen über die grossen Veränderungen im Kulturbetrieb und das Ringen um eine eigene künstlerischen Position in einer unübersichtlichen Zeit. Indem der Film Beat-Mans Geschichte und das Vermächtnis der Berner Jugendbewegung der 80er Jahre den Zweifeln und Konflikten ganz junger Musiker*innen gegenüberstellt, geht er der Frage auf den Grund, was von kulturellen und politischen Bewegungen vergeht und was in der Arbeit späterer Generationen weiterlebt.

Buch, Regie: Steff Bossert
Produktion: soap factory GmbH