Arada

 

Jonas Schaffter, Doc., 83 Min., CH 2020

Nominiert für den Prix de Soleure 2020
Nominiert für den Basler Filmpreis 2020
Dokumentarfilmpreis 2020 der Alexis Victor Thalberg-Stiftung

«Arada» erzählt die Geschichte dreier Männer, die in der Schweiz aufgewachsen sind, aber keinen Schweizer Pass haben. Wegen Straftaten sind sie in die Türkei, die Heimat ihrer Eltern, ausgewiesen worden. Während bei Vedat und Duran die Ausschaffung erst wenige Jahre zurück liegt, wurde Mustafa bereits vor 25 Jahren abgeschoben.

Mustafa lebt im Dorf seiner Vorfahren, wo er eine zweite Familie gegründet hat. Mit seiner Schweizer Vergangenheit hat er offenbar abgeschlossen, auch wenn er bei der Landesverweisung einen mittlerweile erwachsenen Sohn zurückgelassen hat. Vedat und Duran leben in der Millionenmetropole Istanbul und arbeiten beide als Call-Agenten für deutschsprachige Firmen. Sie tun sich schwer mit der lokalen Kultur und klammern sich an ihre schweizerische Identität.

Arada bedeutet im Türkischen (da-)zwischen. Der Film behandelt ein politisch hoch aktuelles, kontroverses Thema – die Ausschaffung von straffällig gewordenen Secondos aus der Schweiz – und stösst zu grundsätzlichen Fragen vor: Was ist Heimat und was passiert mit einem Menschen, der unfreiwillig aus seiner eigentlichen in seine angebliche Heimat verbannt wird?

«Arada» dringt in ein verborgenes Milieu vor und erzählt berührende und eindrückliche Geschichten, die von den menschlichen Einzelschicksalen zeugen, welche sich hinter den politischen und rechtlichen Auseinandersetzungen um die Ausschaffungspolitik verbergen.

Festivals

Solothurner Filmtage, Wettbewerb Prix de Soleure, Januar 2020, Schweiz
36. DOK.fest München, Wettbewerb DOK.deutsch, Mai 2021, Deutschland
14. Documentarist Istanbul, Panorama, Juli 2021, Türkei
18. PROVINZIALE – Filmfest Eberswalde, Wettbewerb, Oktober 2021, Deutschland

Stimmen zum Film

«Eine präzise, kunstvoll verwobene Studie über Heimat, Nationalität, Identität. „Arada“ bedeutet „dazwischen“.»
Ysabel Fantou, DOK.fest München

«Immer wieder zeigt der Film Bilder von leuchtender Schönheit wie die Skyline von Istanbul oder die schneebedeckten anatolischen Berge. Doch diese touristisch anmutenden Ansichten untermalen bloss die Einsamkeit in den Stimmen der drei. Und ihre Reue. (…) Schaffter zeigt aber, dass mehr dabei ist als blosse Nostalgie, indem er auch die wirtschaftlichen Schwierigkeiten und die zunehmende nationalistische Stimmung in der Türkei thematisiert.»
Marcy Goldberg, WOZ Die Wochenzeitung

«In «Arada» zeigt Schaffter die Menschlichkeit, die sich hinter drei unterschiedlichen und doch grundlegend ähnlichen Schicksalen verbirgt; er folgt den existenziellen Zweifeln dieser drei Männer, die wissen, dass sie die Chance ihres Lebens vertan haben. Was den Dokumentarfilm des jungen Schweizer Regisseurs besonders interessant macht, ist nicht nur die Tatsache, dass er sich mit dem heiklen Thema der Ausschaffung auseinandersetzt, sondern insbesondere auch seine Auseinandersetzung mit der männlichen Identität.»
Muriel Del Don, cineuropa.org

«The gravity of their offences is undeniable; however, Schaffter’s ability to introduce a man – his humanity and fragility – before his crimes is commendable.»
Sevara Pan, Modern Times Reviews

«Kritisch, berührend und brandaktuell.»
Baba News

«… der Film stellt mutige Fragen zur Verhältnismässigkeit der schweizerischen Ausschaffungspraxis und noch wichtiger: Er demontiert eine zu einseitige Vorstellung von Heimat.»
Silvia Posavec, NZZ am Sonntag

«Schaffter hat seinen Film zwischen 2017 und 2018 in der Türkei gedreht. Er kommentiert nicht, sondern beobachtet, unter anderem auch, wie sich das politische Klima in der Türkei verändert. Sein Film regt zum Nachdenken an. Über die Schweizer Gesetzgebung, die politische Situation in der Türkei und die Bedeutung von Heimat.»
Irene Genhart, cineman

«Schaffter gelingt es auf unaufgeregte Weise, seine drei Protagonisten von anonymen Straftätern zu Menschen zu machen. Auch Humor blitzt immer wieder auf (…) Man kann dem mit 82 Minuten sehr knackig gehaltenen Film eine allzu einseitige Sichtweise vorwerfen. (…) Auf der menschlichen Ebene (aber) funktioniert der Film wunderbar.»
Simon Eberhard, outnow.ch

«Was diesen Film auszeichnet: Schaffter hält sich fern von persönlichen oder moralisierenden Kommentaren; er lässt stattdessen die drei Männer reden als Stimmen, die bisher nicht gehört wurden. (…) Auf der einen Seite beherrscht sie die Sehnsucht nach der Schweiz, die sie als ihre eigentliche Heimat empfinden, auf der anderen Seite sind sie gezwungen, in der ihnen eigentlich fremden Türkei Fuss zu fassen.»
Jan Strobel, Tagblatt der Stadt Zürich

«Der fein austarierte Dokumentarfilm zeigt, welche Folgen die geltende Ausschaffungspraxis und das verschärfte Einbürgerungsgesetz haben. (…) Grenzen faszinieren Schaffter schon lange, die Nähe seines Geburtsortes zu Frankreich mag daran seinen Anteil haben. Im Film läuft Mustafa durch eine verschneite Berglandschaft, die auch ein Schweizer Publikum anheimelt. Für einen magischen Moment verkehren sich Hier und Dort, es bleibt das Dazwischen, türkisch „arada“.»
Hannes Nüsseler, bzBasel

OFFIZIELLE WEBSITE

STREAM AUF MYFILM.CH

Eine soap factory Produktion in Koproduktion mit: ZHdK und SRF Schweizer Radio und Fernsehen, SRG SSR
Buch, Regie: Jonas Schaffter

Originalversion in Schweizerdeutsch, Türkisch
mit d/e/f UT, 83 Min.

Weltrechte: soap factory GmbH, Basel
Verleih Schweiz: cineworx GmbH, Basel

Stab

Produzent: Frank Matter, soap factory GmbH
Buch, Regie: Jonas Schaffter

Kamera: Simon Denzler
Ton: Jonas Schaffter
Schnitt: Robert von Tessin, Selin Dettwiler

Mitwirkende: Vedat Bicer, Duran Deniz, Mustafa Afşar, u.v.m.

Musik: Thomas Jeker
Musiker: Thomas Jeker, Christian Moser

Produzenten ZHdK: Sabine Gisiger, Anita Wasser
Redaktionsverantwortlicher SRF: Urs Augstburger
Herstellungsleitung: Filippo Bonacci
Regie-Mentorat: Sabine Gisiger

Aufnahmeleitung: Dilara Tigli
2. Kamera: Robin Angst
Zusätzliche Kamera: Jonas Schaffter

Schnitt-Assistenz: Fabienne Koch
Schnitt-Mentor: Kaya Inan
Color Grading: Noah Frey
Postproduktionsassistenz: Josef Adler, Paulina Kerber, Uday Akyol

Sound Design: Thomas Jeker
Sound Editing und Design: Patrick Becker, NurTon GmbH
Sound Mixing: Gregg Skerman
Tonberatung ZHdK: Maurizius Staerkle Drux

Kommunikation und Auswertung: Loredana-Nastassja Fernández
Übersetzungen Türkisch: Selin Dettwiler, Uday Akyol, Nurgül Kaan

Untertitel: Manuela Vonwiller, ZAXAPH
Grafik: Tristesse
Projekt-Buchhaltung: Marcel Pfeiffer, Jeanette Stenz
Forschungsassistenz: Ali Ekber Celik

Zusätzliche Musik: «Le ranz des vaches», Männerchor des Interkantonalen Chors, Schweiz

Finanzielle Unterstützung

Fachausschuss Audiovision und Multimedia der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft
Bundesamt für Kultur (EDI), Schweiz
Landis & Gyr Stiftung
Volkart Stiftung
Kulturstiftung SUISSIMAGE
Jubiläumsstiftung der Schweizerischen Mobiliar Genossenschaft
MAHARI-Stiftung
FONDATION SUISA

Zusätzliche finanzielle Unterstützung

Christin Achermann, Alberto Achermann, Gülsha Adilji, Stefania Akrabova, Gülten Akgünlü, Vania Alleva, Balance Audit AG, Lea Baldiger, Anna Baltensperger, Zoe Baumgart, Sonja Berger, David Bollag, Noëmi Bossard, Samuel Bramley, Marc Brandes, Maja Bretscher, Andrea Brodbeck, Güvengül Köz Brown, Susanna Bürgler, Jasmin Camenzind, Madeleine Corbat, Vivian Crettol, Dominik Denzler, Michèle Dick, Verein Dorfläbe, Urs Dünner, Marie-Luise & Bernhard Ehrenzeller, Fabrizio Fracassi, Babak Fragahi, Denise Furter, Peter Gisler, Daniel Grossheutschi, Barbaros Gürler, Philipp Grünenfelder, Sonya Haksar, Laura Hallström. Nabila Hammad, Ruth Häusler, Yvonne Hermann, Felix Herzog, Hans Herzog, Achim & Fiona Imboden, Kaya Inan, Beatrix Kamber, Christine Kamber, Sabine Keller, Ursula Landolf, Aylin Laubscher, Hansjörg Leimer, Andrea Leuthold, Johanna Lutz, Elias Luzi, Pat Löffel, Werner Löffel, Lukas Meili, Gemeinde Metzerlen-Mariastein, Lucia Miggiano, Seraina Nett, Eva-Maria Odermatt, Yasemin Ongun, Nina Oppliger, Linda Dagli Orti, Manuela Plattner, Andreas Riss, Jurik Rockenbach, Michael & Simone Rockenbach-Renz, Dieter & Brigitte Roth, Viktoria & Dieter Roth-Schaffter, Paul Rubin, Annekäthi Schaffter, Elena Schaffter, Ivo Schaffter, Kurt & Ida Schaffter, Urban, Juliane, Carlotta & Johanna Schaffter, Ruth Meier-Schaffter, Thomas & Maria Schaffter, Nicolas Scharowski, Liane Schär-Spohn, Stefan Schlegel, Nico Schmied, Lena Signer, Christine Signer, Martin Skalsky, Carmen Stark-Saner, Joël Steib, Nora Togni, Andrej Trcek, Corina Tritten, Hannes Verbeke, Leah Vogler, Stefan Walt, Fanny de Weck, Susanna Wetzel, Sabine Wyss-Herrli, Marco Zaug