I’ll be your mirror
Johanna Faust, Doc., 91 Min., CH 2019
Nomination Bester Schnitt, Edimotion Festival 2021
Wie weit lässt sich Mutterschaft und Selbstverwirklichung vereinbaren? Johanna Faust spielt mit dem Gedanken, ihre Kinder und ihren Mann zu verlassen, um sich voll ihrer Kunst zu widmen. Doch jetzt, wo eine konkrete Einladung für ein Kunststudium in Oxford auf dem Tisch liegt, regen sich Zweifel. Vage erinnert sich Johanna an Erzählungen aus der Kindheit ihrer Mutter. Hatte diese als Kind nicht dasselbe erlebt, was Johanna nun ihren Kindern antun möchte? Auf der Suche nach einer Antwort begibt sich Johanna samt Mann und Kindern auf eine Reise in die Vergangenheit ihrer Familie, die sie aus der Schweiz über die USA bis in die Wüste Mexikos führt.
Johanna fühlt sich in ihrem Alltagsleben mit Partner und drei Kindern immer einsamer und unerfüllter. Sie sehnt sich danach, wieder voll und ganz in ihre künstlerische Arbeit abzutauchen. Da kommt die Einladung zum Masterstudium an einer Kunstschule in Oxford gerade recht. Aber soll sie ihre Kinder wirklich verlassen? Darf das eine Mutter? Ihr Partner würde sie unterstützen und zu den Kindern schauen, trotzdem kommen Johanna Zweifel. Dunkel erinnert sie sich, dass ihre Grossmutter in jungen Jahren ihre Familie ebenfalls verlassen hatte, um sich der Kunst zu widmen, mit schlimmen Folgen für Johannas Mutter. Aber wie war das damals genau? Darüber wurde in der Familie nie wirklich geredet. Johanna spürt, dass sie zuerst ihrer eigenen Familiengeschichte auf den Grund gehen muss, bevor sie sich für oder gegen Oxford entscheiden kann. Mit Mann und Kindern macht sie sich zu einer Reise tief in die Vergangenheit auf, die sie aus der Schweiz über die USA bis in die Wüste Mexikos führt. Schicht um Schicht legt sie die Geschichten von vier Generationen von Frauen frei, die alle mit ihrer Mutterrolle haderten, gegen gesellschaftliche Erwartungen verstiessen und dabei in einen schmerzhaften Konflikt zwischen den eigenen Wünschen und den Bedürfnissen ihrer Kinder gerieten.
«I’ll be your mirror» ist ein Road Movie, das auf sehr persönliche Weise ein Tabu hinterfragt. Mit schonungsloser Ehrlichkeit und berückenden Bildern erzählt der Film von generationsübergreifenden Erschütterungen, die unser Leben mitbestimmen, ohne dass wir es wissen.
Festivals
Zurich Film Festival, Wettbewerb Fokus, 2019, Schweiz
Sydney Women’s International Film Festival, Official Selection, 2020, Australien
Scottish Mental Health Arts Festival, Official Selection, 2021, Schottland
Edimotion Festival, Wettbewerb Bild-Kunst Schnitt Dok, 2021, Deutschland
ReadingFilmFEST, Official Selection, 2021, USA
City of Angels Women’s Film Festival, Official Selection, 2021, USA
Stimmen zum Film
«Gerade weil der Film nicht gewohnten Sehmustern folgt und weil die Künstlerin Johanna Faust einen radikalen Seelenstriptease vorführt, ist der Film aussergewöhnlich sehenswert. Der schonungslose Umgang mit ihrer eigenen Mutter und der unorthodoxen Art über Mutterschaft nachzudenken, mag gewöhnungsbedürftig sein, ist aber gerade eine Stärke des Films. Für mich einer der mutigsten und radikalsten Filme am Zurich Film Festival 2020.»
Felix Schenker, www.arttv.ch
«I’ll be your mirror» verblüfft durch die radikale Ehrlichkeit, mit welcher die Regisseurin ihr Dilemma auslotet. Zudem bietet er einige mutige Denkanstösse zur Frage, wie sich das Selbstverständnis von Frau und Mann verändern müsste, damit Kindererziehung tatsächlich Aufgabe beider wäre.»
Irene Genhart, www.cineman.ch
«Mutterschaft zwischen Selbstaufgabe und Selbstverwirklichung – diese Thematik beschäftigt nicht nur die Filmemacherin. Ein sehr ehrlicher Film der überraschend universelle Erkenntnisse liefert.»
Iria Gutscher, Programmatorin Zurich Film Festival
«Die 1973 geborene Basler Künstlerin betreibt in ihrem Erstling eine familiäre Spurensuche in erster Person. Die Mutter dreier Kinder stellt als Ausgangspunkt ihres radikal ehrlichen Films die Frage, ob sie für die künstlerische Tätigkeit ihre Familie für längere Zeit verlassen könne, und stösst dabei auf die Geschichten ihrer Mutter und ihrer Grossmutter – und wiederum deren Mutter – in den USA. Je mehr sie erkennt, dass sich in diesen Biografien ihre eigene Geschichte spiegelt, findet sie schliesslich zu einer Entscheidung über ihr eigenes zukünftiges Leben.»
Geri Krebs, NZZ am Sonntag
«Die Schweizer Künstlerin und Regisseurin Johanna Faust wagt sich in beispielloser Art an das Thema Mutterschaft – mit grosser Ehrlichkeit und viel Mut.»
Muriel Del Don, www.cineuropa.org
«… ein wunderbarer Dokfilm, ein faszinierendes Roadmovie…»
Telebärn
«Der Debütfilm von Faust beleuchtet unbequeme Themen auf intime Weise, erzählt in kunstvoller Form.»
Berner Kulturagenda (BKA)
«… ein berührender, versöhnlicher und ehrlicher Film, der Tabus aufbricht.»
Marah Rikli, Mama-Blog (Tagesanzeiger, Berner Zeitung, Basler Zeitung etc.)
«Mit der Kamera in der Hand ist Johanna Faust diesen Fragen nachgegangen und dabei tief in die Vergangenheit ihrer Familie und vor allem in die Lebensgeschichte ihrer Mutter eingetaucht. Was sie dabei entdeckt hat, ist berührend und in seiner schonungslosen Offenheit erschütternd. Es geht dabei um Prägungen, um Wiederholungen, um Muster, die sich durch die Generationen ziehen. Es geht um gesellschaftliche Konventionen und den Drang nach Freiheit, es geht um Verlassen und Verlassenwerden, und es geht um die Wunden, die solche Erfahrungen im kollektiven Familiengedächtnis hinterlassen haben. (…) Manches, was in diesem Film zur Sprache kommt, mag quälend wirken, manches vielleicht auch allzu privat, der kathartischen Wirkung dieser Erkundungen kann man sich jedoch nur schwer entziehen.»
Klara Obermüller, Journal 21
«Ein ungemein sinnliches und verblüffend intimes Filmdebüt. (…) I’LL BE YOUR MIRROR ist das Dokument einer hartnäckigen, aber liebevollen Annäherung an eine Mutter, die aufgrund ihrer eigenen inneren Leere nicht wirklich präsent war.»
Martina Süess, Die Wochenzeitung – WOZ
«Bildgewaltig sucht Faust in den Weiten des Grand Canyons, während einer mexikanischen Hochzeit oder gestrandet neben der Autobahn nach inneren Zuständen.»
Tanja Opiasa-Bangerter, bz Basel
ARTIKEL ZUM HERUNTERLADEN (PDF)
«Damit die Mutter nicht ausweichen kann»
Martina Süess, WoZ – Die Wochenzeitung, 6.5.2021
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OFFIZIELLE WEBSITE
STREAM AUF MYFILM.CH
Eine soap factory Produktion
Buch, Regie: Johanna Faust
Originalversion in Englisch, Schweizerdeutsch mit d/e/f UT, 91 Min.
Weltrechte: soap factory GmbH, Basel
Verleih Schweiz: cineworx GmbH, Basel
Stab
Produzent: Frank Matter
Buch, Regie: Johanna Faust
Konzeptioneller und künstlerischer Berater: Jeremias Holliger
Kamera: Ute Freund, Johanna Faust, Jeremias Holliger
Ton: Ulla Kösterke, Jeremias Holliger
Mitwirkende: Margaret Miinch, Johanna Faust, Mayka Marchesi, Jeremias Holliger, Linus Faust, Gian-Andrin Faust u. v. m.
Schnitt: Rune Schweitzer
Musik: Fred Frith
Interpreten: Fred Frith, Ada Gosling-Pozo, Bernhard Settelmeyer, Karoline Höfler
Sound Editing und Design: Pedro Haldemann, himex:sounddesign
Musikaufnahme und Mixing: Peter Hardt, Jankowski Soundfabrik
Sound Mixing: Peter von Siebenthal, Projektstudio GmbH
Video-Postproduktion: point de vue
Color Grading: Peter Guyer, Ueli Müller
Technischer Berater Berlin: Sven Heussner
Schnittassistenz:Mayka Marchesi
Supervision Schnittassistenz: Jean-Baptiste Perrin
Kommunikation und Auswertung: Loredana-Nastassja Fernández
Untertitel: Manuela Vonwiller, ZAXAPH
Grafik: Vera Reifler
Projekt-Buchhaltung: Marcel Pfeiffer
Voice-Over Coach: Judica Albrecht
Oeil extérieur: Luzius Heydrich
Finanzielle Unterstützung
Fachausschuss Audiovision und Multimedia der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft
Ernst Göhner Stiftung
Migros-Kulturprozent
SOkultur/Lotteriefonds Kanton Solothurn
Lyseloth Basel
Succès Cinéma
Succès Passage Antenne SRG SSR