NEL GIARDINO DEI SUONI
von Nicola Bellucci, Dokumentarfilm, 85 min., Schweiz 2010
MEDIENSTIMMEN
«Das vielschichtige und auch auf der Tonspur überaus raffinierte Porträt gehörte zu den wenigen hervorragenden Filmen eines alles in allem eher unterdurchschnittlichen Jahrganges der Solothurner Filmtage...»
Michael Sennhauser, Radio DRS, Zürich
Michael Sennhauser, Radio DRS, Zürich
«Um einen ganz anderen Garten geht es im wunderschönen
Dokumentarfilm «Nel Giardino dei Suoni» von Nicola Bellucci: um
den Garten der Klänge. Bellucci porträtiert den Schweizer
Musiker, Klangforscher und Musiktherapeuten Wolfgang Fasser,
der als Jugendlicher erblindete. Seit Jahren arbeitet Fasser in der
Toscana mit schwerbehinderten Kindern, denen er mit Klängen,
Tönen und Geräuschen eine Klangwelt eröffnet. Unaufdringlich
begleitet die Kamera (Pio Corradi, Pierre Mennel und Nicolas
Bellucci) den Therapeuten bei seiner Arbeit, zeigt die Fortschritte
der Kinder, aber auch die Grenzen, an die Fasser stösst. Seine
Ideen und seine Energie scheinen ihm jedoch kaum auszugehen.
Fasziniert von den Klängen der Umgebung, nimmt er immer
wieder Geräusche auf. So geht er im Morgengrauen auf ein Feld,
um das Singen der Vögel festzuhalten, das er den Kindern später
vorspielt. «Nel Giardino dei Suoni» war ein Höhepunkt von
Solothurn, ein wunderbarer Film, der einem die Ohren öffnet.
«Weisst du, Schatz, an den Solothurner Filmtagen geht es darum,
sich mit gesellschaftlichen und politischen Themen
auseinanderzusetzen», belehrte ein Mann beim Kaffee im
Restaurant Kreuz seine Freundin, «und nicht einfach darum, zu
geniessen!»
Schön, dass es auch dieses Jahr Filme gab, die beides
ermöglichen.»
Silvia Süess, WochenZeitung, Zürich
Silvia Süess, WochenZeitung, Zürich
«So bekam man zum eigentlichen
Beginn der Werkschau des Schweizer
Films am Freitagmorgen eine fesselnde
Basler Produktion zu sehen: In «Nel
Giardino dei Suoni» porträtiert Regisseur
Nicola Bellucci den blinden Wolfgang
Fasser, der in der Toskana behinderte
Kinder therapiert. Fasser, der
aufgrund einer Erbkrankheit mit 22
Jahren erblindete, steht mit seiner
Welt im Einklang. Im wahrsten Sinne
des Wortes. Er habe nicht den Eindruck,
nicht sehen zu können, sagt
Fasser: «Ich höre ja» (...)
Die Kamera begleitet ihn
auf seinen Exkursionen in die Natur,
wo Fasser Geräusche auf Tonband
bannt und in die Erlebniswelt seiner
Patienten integriert. Faszinierend sind
nicht nur die Bilder, die Bellucci zu den
Klängen findet. Fasser selbst und seine
Arbeit mit den Kindern beeindrucken
nachhaltig. «Nel Giardino del Suoni»
ist in Solothurn zu Recht für den Prix
de Soleure nominiert. Mit diesem Preis
soll ein «herausragender Spiel- oder
Dokumentarfilm» ausgezeichnet werden,
«der durch einen ausgeprägten
Humanismus überzeugt und diesen in
eindrucksvoller Form filmisch darstellt
». In diesem Sinn überzeugt «Nel
Giardino dei Suoni» auf ganzer Linie.
»
Annette Scharnberg, Basler Zeitung, Basel
Annette Scharnberg, Basler Zeitung, Basel
«Aber hellhörig machte der andere Siegerfilm, der
uns in einen Garten von feineren Klangfarben
entführte. «Nel giardino dei suoni» ist das Porträt
eines Klangforschers aus dem Glarnerland, der
wegen einer Erbkrankheit in jungen Jahren
erblindete. Heute lebt er in der Toskana, wo er als
Musiktherapeut mit schwerbehinderten Kindern
arbeitet. Wenn es dämmert, streift er mit seinem
Mikrofon durch die Landschaft und nimmt die
klingende Stille der Natur auf. «Postkarten» nennt
er die Hörbilder, die er dabei sammelt.
Daraus hätte auch der reinste humanitäre Kitsch
werden können. Aber dem italienischen Regisseur
Nicola Bellucci gelingt hier empfindsames Kino im
besten Sinn: Dieser Film erweitert die Sinne und
bleibt dabei jenseits aller Rührseligkeit. Die Jury
belohnte Bellucci mit dem Prix de Soleure.
»
Florian Keller, Tagesanzeiger, Zürich
Florian Keller, Tagesanzeiger, Zürich
«Die Jury, die mit dem schweizweit zweithöchstdotierten Filmpreis einen «herausragenden Kinofilm»
auszeichnen soll, der durch «einen ausgeprägten Humanismus» überzeugt und diesen «in
eindrücklicher Form filmisch darstellt», hat sich für einen eher stillen, subtilen Film entschieden:
«Nel giardino dei suoni» des 1963 in Arezzo geborenen Filmemachers Nicola Bellucci begleitet den
blinden Musiker und Klangforscher Wolfgang Fasser, der schwerstbehinderte Kinder therapiert und
aus ihrer Isolation zu holen versucht, in seine Welt der Klänge. Wenn er nachts mit Blindenhund
und Aufnahmegerät loszieht, um seine Hör-«Postkarten» zu sammeln, lernt man mit ihm, auf
etwas zu hören, dessen Inhalt man vielleicht noch nicht versteht. Ein Film, der die Sinne der
Zuschauer fordert und sensibilisiert, und sich damit auf seine eigene, ruhige Weise
vordergründigem Heischen nach Publikumsgunst und eitlem Lärm entgegenstemmt.
»
Bettina Spoerri, Neue Zürcher Zeitung, Zürich
Bettina Spoerri, Neue Zürcher Zeitung, Zürich
«Senza mai diventare melodrammatico o scontato, il documentario di Bellucci riesce ad emozionare
e a far riflettere sulla necessità di superare le barriere dell’handicap e di ascoltare il richiamo
ancestrale della natura e del corpo. Camminiamo con Wolfgang, tastiamo con lui il terreno, gli
alberi, la roccia. Attraversiamo boschi e colline per seguire un cervo, uno sciame d’api o
semplicemente un pettirosso. Accompagniamo la piccola Jenny mentre impara a dire le vocali ed Ermanno a giocare a palla.
«Nel giardino dei suoni» è un invito a guardare il mondo da un’altra prospettiva, un mondo che
non è forzatamente bianco e nero ma un insieme di colori e note da scoprire. «Quando passeggio
nel bosco di notte, racconta Wolfgang, sono gli altri che diventano ciechi. Io sono l’unico che
riesce a vedere, perché sento».
»
Stefania Summermatter, swissinfo, Bern
Stefania Summermatter, swissinfo, Bern
